Aktuelle Hochwasserschäden sind ein hausgemachtes Problem!
--- Aktion Fischotterschutz kritisiert die gängige Praxis der Auenbebauung ---
„Wir haben in Deutschland wenig aus der Vergangenheit gelernt. Es gab viele eindeutige und schmerzhafte Signale, dass die Retentions-räume an den Fließgewässern nicht ausreichen“ so Mark Ehlers, der Vorstandsvorsitzende der Aktion Fischotterschutz e.V. aus Hankens-büttel. Noch immer werden in Gewässernähe große Flächen durch Be-bauung versiegelt und die Gewässer ausgebaut. Die Hochwasserspitzen der vielen kleinen Bäche und Flüsse kommen so immer schneller zu-sammen und verursachen immer größere Abflussspitzen an den Unter-läufen der Gewässer. Verstärkt wird die Situation dadurch, dass in den Talauen und Niederungen die Deiche zu eng an die Gewässer gelegt wurden. Dem Wasser steht dann ein deutlich kleinerer Abfluss-querschnitt zur Verfügung. Sollten wir unser Handeln nicht ändern, wird die Häufigkeit von extremen Hochwasserereignissen, wie es ak-tuell an der Elbe zu beobachten ist, weiter zunehmen.
Hochwasserschutz für die Menschen bedeutet also den Gewässern mehr Raum zu geben, damit die Auen ihre Funktion als Rückhalte-Raum für das Wasser erfüllen können. Die Niederungen sollten frei von Sied-lungsflächen und Ackernutzung bleiben. Diese Forderungen wurden so-wohl nach dem Oder-Hochwasser und dem Elbe-Hochwasser 2002 von vie-len Verbandsvertretern und Politikern erhoben, gerieten jedoch viel zu schnell wieder in Vergessenheit.
Die Aktion Fischotterschutz fordert daher gerade die Kommunen an den kleinen Bächen, an den Ober- und Mittelläufen der Flüsse auf, die Täler und Auen frei von Bebauung zu halten und den Gewässern mehr Raum für die natürliche Entfaltung zu geben.
Mehr Raum für unsere Fließgewässer ersparen uns nicht nur hohe volkswirtschaftliche Folgeschäden, sondern schaffen auch wunderbare lebendige Erholungsräume für den Menschen. Mark Ehlers: „Allein aus ökonomischen Gründen sollten wir daher den Gewässern mehr Raum ge-ben“. Quasi nebenbei würde damit auch der Fischotter, das Wappentier der Aktion Fischotterschutz, und unzählige andere Tier- und Pflanzenarten von intakten Gewässern profitieren.
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