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  Ammen- und Mutterkuhhaltung in der Schweiz
 
 
Es waren einige wenige Landwirte, die zu Beginn der 70-er Jahre auf ihren Betrieben die Ammen- und Mutterkuhhaltung einführten. Sie schlossen sich 1977 - in der Zwischenzeit waren es 42 - in der Schweizerischen Vereinigung der Ammen- und Mutterkuhhalter (SVAMH) zusammen. Die SVAMH zählt heute 3'000 Mitglieder, die zusammen 40'000 Mutter- und Ammenkühe halten.

Die Mutterkuhhaltung ist die Urform und weltweit verbreitetste Art der Fleischproduktion. Seit den 70-er Jahren wächst das Interesse an der Mutterkuhhaltung in der Schweiz stetig an. Trotz der grossen Zahl an neuen Betrieben nimmt die Mutterkuhhaltung mit einem Anteil von ca. 6.0% des Rindviehbestandes bei uns einen kleinen Stellenwert ein.

HALTUNG UND FUETTERUNG

Ein positiver Aspekt der Mutterkuhhaltung liegt in der natürlichen Haltung der Masttiere. Das Kalb bleibt nach der Geburt bei seiner Mutter. Es ernährt sich zu Beginn hauptsächlich von Muttermilch. Mit der Zeit ersetzt Raufutter (Gras, Heu, Grassilage und Stroh) mehr und mehr die Milch, eiweissreiche und hoch konzentrierte Futtermittel (Getreide, Soja ect.) sind nur selten notwendig, sie werden nur limitiert eingesetzt. Den Sommer verbringen Kuh und Kalb zum grössten Teil auf der Weide, viele Mutterkühe werden gealpt. Im Winter werden die meisten Mutterkuhherden in einem Laufstall gehalten, diese Art der Stallhaltung ist auch beim Einstieg zu empfehlen. Ein Kaltstall mit entsprechender Einstreu ist für die Mutterkuhhaltung genügend, auch Kälber haben kein Problem mit der Kälte. Ein befestigter Fressplatz und ein Laufhof sind vorteilhaft für die Tiergesundheit. Sie helfen den Strohbedarf bescheiden und die Liegefläche möglichst trocken zu halten. Für die Kälber wird meistens ein Rückzugsraum (Kälberschlupf) und ein separater Fressplatz eingerichtet.

TIERE

In der Mutterkuhhaltung werden vorwiegend Fleischrinderrassen eingesetzt. Bei diesen Rassen wird gezielt auf eine gute Fleischleistung und -qualität gezüchtet. Das hat den Vorteil, dass die Tiere auch bei einer extensiven Fütterung auf Rauhfutterbasis eine erstklassiges Gourmetfleisch produzieren. Die Muttertiere sollen fundamentstarke, gut bemuskelte Kühe mit einer genügenden Milchleistung sein. Sie sollen einen ruhigen Charakter und gute Muttereigenschaften vorweisen. Ebenfalls wichtig ist eine gute Fruchtbarkeit und gute Abkalbeeigenschaften. Die Vatertiere sollen eine gute Mastleistung und eine leichte Abkalbung vererben und ein gutes Fundament besitzen. Vor allem für den Natursprung und die Haltung in der Herde soll der Stier charakterstark und ruhig sein. Fleischrinderrassen bringen für den Produzenten wesentliche Vorteile mit sich, langfristig erhöhen sie aufgrund der guten Schlachtkörper die Produktionssicherheit und die Rendite ist gesicherter.

FLAECHE UND ARBEIT

In der Schweiz gibt es eine beachtliche Fläche an Wiesen und Weiden. Die Mutterkuhhaltung bietet dem Landwirten die Möglichkeit, dieses Futter auf eine arbeitsextensive Weise zu nutzen. Es ist von Vorteil, wenn die Grünflächen in der Nähe des Betriebes liegen und arrondiert sind. Obwohl Tierbeobachtung und -pflege nicht unterschätzt werden dürfen, ist ein Mutterkuhhalter wesentlich flexibler in seiner Zeitplanung als zum Beispiel ein Milchviehhalter.
Um ein qualitativ hochstehendes Produkt anbieten zu können, muss der Betriebsleiter genetisch, baulich und organisatorisch optimale Voraussetzungen schaffen. Innovation und ein optimales Betriebsmanagement sind gefragt. Er muss Freude an der Rindviehhaltung und ein Flair für die Tiere mit vertieften Kenntnissen in der Fleischproduktion besitzen.

 
Quelle und Copyright: www.svamh.ch
 
Zeichen Autor:  mbr/red
 
URL:  www.svamh.ch
 
Mehr Infos erhalten Sie bei www.svamh.ch (Link oben)
 
3.3.2005
 



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